Wackersdorfer Braunkohlebergbau 1967 - 1970

1967

Tagebau Mühlweiher ausgekohlt. Transport des Schaufelradbaggerers 6 durch die Ortschaft Rauberweiherhaus zum Tagebau Murnerweiher. Schaufelradbagger 2 - Transport von Nordfeld nach Tagebau Weiherhaus . Durchstich des Oswaldmulden-Darmes, (600 000 cbm, vorwiegend Ascheschlam fließen zum Knappensee zur Füllung des Tagebau-Tiefsten). Anschaffung des 1. vollhydraulischen Bohrgerätes UB 100, auf Einachs-hänger montiert (Bohrtiefe = 70 m). Maximale spezifische Wasserhebung pro Tonne Kohle im Feld Rauberweiher durch Entwässerung der Kreide- Schichten = 24 cbm / t Kohle; (mehr als bei den Rheinischen Braunkohlewerken : 17 cbm/t Kohle). Inbetriebnahme der neuen Kfz- u. Planierraupenwerkstatt auf dem ehema-ligen Kesselhaus--Gelände. Orkanartige Stürme verursachen Strom- u. Förderausfälle, ganze Band-straßenzüge werden vom Sturm abgeworfen. Nutzungsbeginn des Wackersdorfer Weihers (8 ha).

1967

Dr. Scharf wird Ehrenbürger von Wackersdorf. Im Kraftwerk Dachelhofen wird A. Gaßner Nachfolger von Dir. Rösch.

1967/68

Einstellung des Greiferbagger-Gewinnungsbetriebes.

1968

Aufschluss Tagebau Ameisgrub. Tagebau Krähenweiher-Nordteil durch Schaufelradbagger 4 ausgekohlt; Baggertransport nach Tagebau Oder I/II, (bei Überquerung des Schreckerbaches werden mehr als 450 cbm Holzschwellen eingestapelt. Fertigstellung des Oderer Dammes zwischen Zentralfeld/Oswaldmulde und Tagebau Oder. Dammverkippung im südl. Teil des ausgekohlten Tagebaus Mühlweiher zur Aufnahme der neuen Ortsverbindungsstraße nach Rauberweiherhaus. Erstmalige Einführung einer schwimmenden Ascheverspülungs-Leitung im Knappensee, (Leitung auf Styropor- Schwimmkörpern, Rohre: 300 PE). Knappenverein feiert 60. Vereins-Jubiläum mit großem Festumzug in Wackersdorf und Schwandorf. Minister- Präsident Dr. Alfons Goppel als Schirmherr des 1.Bayerischen Knappentages zum 60.Vereins-Jubiläum, anwesend. BBI erringt Gold-Medaille im Bundeswettbewerb "Industrie in der Landschaft" durch das Ministerium für Städtebau u. Wohnungswesen unter 64 Mitbewerber-Firmen. Die Bergbau-Gemeinde Steinberg erhält mit Zustimmung des Staatsmini-steriums ein neues Gemeindewappen mit Darstellung des Bergbau-Emblems zur Versinnbildlichung des Braunkohlebergbaus durch die BBI.

1968/69

Im rekultivierten Ostfeld Beginn der teichwirtschaftlichen Nutzung durch angelegte Fischweiher (Wunschweiher, Lärchenweiher, mit Zu-lauf durch Hundsbach).

1969

Tagebau Nordfeld im April endgültig ausgekohlt (22 Jahre Betriebszeit); 124 Hektar bergbauliche Inanspruchnahme; (Inhalt: 17,2 Mio t Kohle bei 11,1 Mio Kubikmeter Abraumüberdeckung). Schaufelradbagger 5 wird nach Feld Rauberweiher umgesetzt. Hochbunker wird modernisiert, Vergrößerung der Verlade-Kapazität. Frühjahrs-Hochwasser in den Tagebauen, Tagebau Murnerweiher stark betroffen, zum Teil Förderausfälle. Teil-Baubeginn des Hochwasser-Schutzgrabens Rauberweiher (Nord u. Süd); vorgesehene Gesamt-Baulänge: 13,5 km. Im Oktober demonstriert die BBI-Belegschaft anlässlich der IGBE--Lohntarifverhandlungen (Angleich der BBI- Tarife an Bayernwerk). Beginn der Förderplanberechnungen für längerfristige bergtechnische Betriebsabläufe und Förderpläne mit der elektronischen Datenverarbeitungsanlage der Bayernwerk-Hauptverwaltung, München. Im Dez. "Berggeist" Anton Bauer verstorben.

1970

Schaufelradbagger 4- und Bandabsetzer 7-Transport aus Tagebau Oder; Schaufelradbagger 4 geht nach Feld Rauberweiher (Sargholz); bei Über-querung des Nordfelds in Humuskippe eingesunken (3 Mon. Bergungs-arbeiten). Bandabsetzer 7 wird im Nordfeld vor der Ortschaft Wackersdorf einge-setzt; kurzfristig stehen 2 Großabsetzer in Ortsnähe; anschließend wird Absetzer 8 zum Tagebau Edelmannweiher/Feld Rauberweiher umgesetzt. Aufschluss des Tagebaus Sargholz. Rekord bei Tagebauentwässerung Rauberweiher: 20 Mio cbm Pumpwasser durch Entwässerung der Kreideschichten in 1970. Beginn Schreckerbach-Verlegung, Grabenneubau 2,6 km Länge. Einsatz einer automatischen Neutralisationsanlage (Kalkung des saueren Gruben-wassers zur Verbesserung der Wasserqualität vor der Einleitung in öffentliche Vorflut-Gewässer). Bau einer Verstärker-Pumpanlage zur Verbringung der Elektrofilterasche durch 3,5 km lange Rohrleitung van Spülbunker/Zentralfeld zum ausge-kohlten Tagebau Kräherweiher. Gleisumbau am Bahnhof 2 zur Optimierung des Zugverkehrs. Verschrottung der letzten BBI-Dampflok. BBI-Verwaltungsgebäude erhält eine neue Stahltür, (von den Lehrlingen geschmiedet). Beginn systematischer paläobotanischer Untersuchungen der Oberpfälzer Braunkohle, insbesondere der Zwischenmittelsande und -Tone nach Tertiärfrüchten und Blattabdrücken durch das Bayerische Paläontologische Institut München und den "Arbeitskreis für Paläobotanik". Die Kreissparkasse Burglengenfeld errichtet in Wackersdorf eine Zweigstelle. Zum Anlass werden Gold- u. Silbermedaillen mit Abbildung eines Schaufelradbaggers geprägt, die "Wackersdorfer Dukaten". Andreas Piehler ("Braunkohlen-Bär"), Ehrenmitglied des BBI-Aufsichtsrates verstorben.

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