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Wackersdorfer Braunkohlebergbau 1945 - 1950

1945 April: Amerikaner besetzen das Verwaltungsgebäude. Auf Befehl muss Produktion weiterlaufen, aber vorübergehende Beschlagnahme für die amerikanische Armee. Wackersdorfer Kohle wird heiß begehrt, bis Jahresende Förderung von 750 000 t Rohbraunkohle Max Schuierer, Vater des späteren Landrates Hans Schuierer, wird Betriebsrat der Belegschaft

(bis 1948) Bergwerksdirektor Everding tritt in den Ruhestand, Nachfolger wird Dir. Ernst Meißner. Dr. Wolf wird BBI-Aufsichtsrats-Vorsitzender. Im Kraftwerk Dachelhofen wird K. Poppitz Betriebs-Chef.

1946 Erhöhung der Kohle-Förderung auf 1 Million t/a. Aufschlussarbeiten des Tagebaus Nordfeld durch Fa. Polensky/München. Beginn des Abraumbetriebs vom Pfaffenweiher beginnend (zwischen Alt-Wackersdorf und Wackersdorf- Ost/ehemalige Kabaswiesen), später Ausweitung zum, Iglweiher und Schwenkbetrieb. Ankauf des Diesel-Greifers 6. Abraumtransport mit Dampflok und Holzkasten-Kippwagen zur Irlacher Asche-Hochhalde.

1946/47 Bau eines 5 km langen Hochwasser-Schutzgrabens für den Tagebau Nordfeld vor Beginn des Kohle-Abbaus.

1947/48 BBI übernimmt die Abraumbewegung von Fa. Polensky & Zöllner im Nordfeld. Bau des Nordfeld-Tunnels unter der B 85 hindurch (Länge = 125 m) bis z. "Stachus" (Verteilerpunkt f. Brikettier- u. Kraftwerkskohle)

1948 16.März Beginn d. Nordfeld-Kohle-Gewinnung (Handbetrieb mit Schurren). Bau von Entwässerungsstollen ins Unterflöz. Kohlen-Transportbeginn mit Kettenbahn durch Nordfeld-Tunnel. Währungsreform, BBI entlässt 300 Arbeiter.

13.Oktober Entscheidung zur Umsiedlung Wackersdorf (1.200 Einwohner), ca. 17 Mill. t Kohle unter der Ortschaft = Vorkommen: 30 m Kohleflöz bei 24 m Abraumüberdeckung. Andrea Piehler, der Vorsitzende der Süddeutschen Knappschaft München, erhält für seine Verdienste um d. Wackersdorfer Bergleute die Ehrenbürgerrechte von Wackersdorf. Georg Baierl wird Betriebsrats-Vorsitzender der Belegschaft. Im Kraftwerk Dachelhofen wird H. Rösch Nachfolger von Dir. Poppitz.

1948-50 Bau einer Bergmannssiedlung mit Barbara-Brunnen in Schwandorf/Rothlindenhöhe (27 Häuser mit je 5 Wohnungen) u. einer weiteren Siedlung in Wackersdorf. Ankauf von 2 weiteren Greifer-Baggern (7 u. 8).

1949 Reg.-Dir. Mallia wird Vorstandsmitglied, maßgebend für Umsiedlung von Wackersdorf. Die BBI pachtet die Bretschneider-Ziegelei in Schwandorf für die Dauer von 4 Jahren zur Deckung des erhöhten Ziegelstein-Bedarfs für die Umsiedlung Wackersdorf und für den Bau der Werksiedlung.

Am 25.08.1949 berichtet der "Naabtal-Kurier" von einem Kostenaufwand über 9 Millionen DM zur Verlegung Wackersdorfs. Einsatz von 2 Doppelschüttern (Eimerkettenbagger) D 2 u. D 3, sowie Wiedereinsatz des Taatz-Baggers zur Abraumbewegung im Nordfeld. Abraumverkippung vorwiegend im Ostfeld (Absetzer 1) . Neue Spülkippentechnik im Ostfeld wegen Instabilität der Kippe wieder eingestellt.

1950 Ende der Kohlengewinnung durch Handarbeit mit Schurrenbetrieb. Einsatz mehrerer Greiferbagger (Trichterbau) in Verbindung mit Kettenbahn-Förderung. Kettenbahn inzwischen auf eine Länge von 18 km angewachsen. Kettenbahnantrieb mittels 22 elektrischen Antriebs-Stationen. Bau der Bundesstraße 85 über das ehemalige Kippengelände Igelweiher und "Alter Tagebau" (südl. Teil des jetzigen Nordfeldes); kurz danach Straßenabriss durch Erdrutsch der Dammböschung. Im Sommer Abbruchbeginn der Häuser in Alt-Wackersdorf und der Bergarbeiter-Siedlung Wackersdorf-Ost (Ostkolonne). Anfang der 50-er Jahre wird BBI-Verwaltungsgebäude modernisiert (Umbau des oberen Stockwerkes, neuer Dachstuhl, neue Außenfassade).

1950/51 Ab März wird Dr.-Ing. Wolfhart Scharf technischer Vorstand, Dir. Meißner tritt in den Ruhestand. Erweiterung des Kraftwerks Schwandorf auf 88 Megawatt (MW). Zur Erhöhung der Rohkohleförderung wird Schaufelradbagger 1, (mit Raupenfahrwerk) der Fa. Lübecker Masch.- Bau AG eingesetzt, (Leistung ca. 510 - 540 cbm/Std.). Die bisher übliche Gleisförderung wird in d. Südfeldern (Steint.-Ost) auf Bandbetrieb mit 1000 mm breiten Förderbändern umgestellt. BBI Wird, weltweit federführend in der betriebspraktischen Entwicklung der Förderband-Technik. Gewinnungsbetriebe in: Steinberg-Ost, Westfeld, Ostfeld, Nordfeld. Im Einsatz sind: 1 Schaufelradbagger, 1 Schwenkbagger, 8 Greifbagger, und 1 Eimerkettenbagger. Im Abraumbetrieb sind im Einsatz: 4 Eimerkettenbagger, 3 Greifbagger, und 2 Absetzergeräte. Zum Transport von Kohle und Abraum sind 22 Dampfloks (für 900 mm Spur) und 235 eiserne Kastenkippwagen je 5,3 cbm Inhalt eingesetzt. Erhöhung der Rohkohle-Förderung auf 1,8 Mill. t/a. Rund 75 % der Rohkohle wird im Kraftwerk verstromt, 25 % werden zur Brikett-Erzeugung benötigt. Belegschaft auf ca. 1300 Mann angewachsen

Die Bayerische Braunkohlen Industrie (BBI)

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Wackersdorfer Braunkohlebergbau 1900 - 1914

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